Fosters Laborgeschichten
Von Atrus Ijon FosterApr 21
Vor zwei Nächten experimentierte ich erneut mit bionischem Plasma, wohl um die Gefahren wissend, die bei unsachgemäßem Gebrauch oftmals daraus entstehen können und als hätte ich es geahnt (oder unbewusst beabsichtigt!), entstieg dem Generator ein finsterer und grobschlächtiger Homunculus, der sogleich aus mir unbekannten Gründen mit mir zu ringen begann.
Während ich ihn mir mit der rechten Hand vom Leibe hielt, fischte ich mit der Linken Watschenmeyers Lexikon der ungebetenen Gäste aus dem Regal, wusste jedoch seine Gattung auch nach intensivem Studium des umfassenden Werkes nicht exakt zu bennenen.
Leider hatte der Unhold mit seinem Gebrüll überdies auch meine Holde Morpheus Armen entrissen, die nun mit bösem Blick, den ich auch ohne Studium eines Lexikons zu deuten wußte, an der Tür zu meinem Labor stand und verlangte, ich möge diesem nächtlichen Spuk augenblicklich Einhalt gebieten und wenn ich schon Gäste zu unchristlichen Uhrzeiten empfinge, sie wenigstens im Salon zu bewirten und nicht in meinem Labor, wo es ihrer Meinung zufolge zu sehr nach Öl und Elektrizität roch.
Schließlich gelang es mir, den unglücklichen Wanderer in den Generator zurückzudrängen, indem ich ihm Watschenmeyers Lexikon unablässig auf das breite Haupt schlug. Unter Funkenregen und Blitzen entschwand er in seine Dimension, wo auch immer das sein mochte. Erschöpft nahm ich noch einen Schlaftrunk und ging zu Bett.
Nachdem ich am folgenden Tage mein Labor wieder in einen benutzbaren Zustand zurückversetzt hatte, sah ich mich genötigt, meiner sichtbar verstimmen Frau zur Versöhnung ein kleines Schmuckstück in Gestalt einer Brosche zu verfertigen. Mit einem roten Glastropfen, einem Zahnrad und ein paar Schrauben war der Hausfrieden wieder hergestellt.

